Boris Grebenschtschikow
Meine Sehnen sind Seile, mein Gedächnis ist Eis,
Mein Herz ist ein Diesel, mein Blut honigweiss,
Und doch muss ich leben, wo das Gras grau verblasst
in finsterem Dunkel, in der Neva Morast.
Wo die Häuser Fassade und die Worte verblüht,
wo die Strasse wie eine Sternschnuppe glüht,
wollt´ ich sein wie die Sonne, wurde schattengrau klein
mit dem ruhlosen Tod im Genick ganz allein.
Und auf einmal begriff ich, wie gefesselt wir sind,
und wie Gefallener Seelen von Tannenzweigen
schauen stumm, wie Walzer tanzen im Kerzenrot,
voll Asche die Hände und auf den Schultern den Tod.
Kommt der Tag der Vergebung – was soll´s, ich wart´ nicht,
Ich fand meinen Weg und ich gehe ihn schlicht,
kehr´ zurück mit dem Schlüssel, den die Dunkelheit hasst:
Lasst sie gehen nach Haus
jene die schlafen in der Neva Morast.
