Eine Freude breitet sich im Körper aus: Jetzt hier hinausgehen und du wirst dasein. Ja, einfach dasein. Wir fassen uns an den Händen, die sind weich und fest und nicht still, spüren die Wärme. Der Weg führt an Katzen vorbei, wie jeder Weg, und an Blicken. Deine Lippen sehen mich an, als wäre ich nackt und über meine Haut weitet sich ihre Berührung. Schon haben die Automaschinen keinen Platz mehr in meinen Ohren, du bist überall. Wir sind da, finden nebeneinander Platz. Meine Hände können nicht frech genug sein, sagen deine weitoffenen Augen. Dann hören sie mehr und mehr auf die Bilder der Leinwand, wie sie sprechen von an sich zweifelnder Lust, von Alleinsein und Ersatz, von Suche und Suche nach dem anderen Ich. Ich bin nicht anders als du, komm näher, noch näher. Alle sind anders. Aus.
Wir sind wieder im Freien. Um uns würfeln die Blöcke, keiner gewinnt: alle Würfelseiten sind gleich. Ein Ersatzspiel. Und wir? Wir treffen Freunde, sie freuen sich mit uns. Eine Frau erzählt ihr Leben und wünscht uns ein besseres. Sie trinkt Kirsch. Und noch einen. Noch. Noch sind wir uns nah, so nah, dass auch diese Trennung wieder schmerzen wird. Wussten wir’s nicht? Du bist nicht eins mit dir, brauchst einen anderen längst, und auch auf mich wartet mein anderes, ungeduldiges, selbstzerstörerisch liebendes Ich, drängt sich schon zwischen uns, zerrt an mir, rüttelt an dir viel zu stark für dich Wurzellose. Wehrlos sehen wir uns an.
Deine Augen fliegen davon, kleiner und kleiner, bis wir uns nur noch an den kalten Händen halten. Die S-Bahn zerreisst uns. Eine Müdigkeit kommt. Ich träume, du liebst ihn, den anderen, der mich lieben nicht kann.
