Seit zwei Stunde lief der Fernseher auf der Bude. Und genauso langweilte sich Tichy schon. Das Programm war so öde, daß es einfach lähmte. Er hatte so richtig zu nichts Lust. Höchstens Musik hören, aber das ging nicht wegen der Glotze. Dazu der Ärger nach der hohlen Diskussion am Nachmittag: Studium oder Leben. Als ob nicht beides ginge, wenn man’s nicht zu genau nähme immer. Und jetzt der Fernseher – während wir unsere Leistungen steigern, hängen die hier alle vorm Bildschirm.
Irgendwann hatte er dann die Schnauze voll. Hier war nichts zu ändern. Er ging raus. Zufällig traf er einen Bekannten aus der Baubrigade, Cubaner. Lange nicht gesehen. Naja, Studium, verstehst schon. Aus ein paar Erinnerungen und Foto wurde eine lange Unterhaltung. Schließlich fiel ihm ein, daß im Schrank noch eine Flasche Rum stehen müßte. Da war es schon drei. Alles schlief, auch der Fernseher, und der Rum war gut, nicaraguanischer. Auch ein Grund, um auf die Revolution und Fidel zu trinken. Und auf Bach. Und plötzlich wußte er wieder, warum er ausgerechnet hier studierte.
